Freestyle,  Progress

European Freestyle Championships 2019 – Erfahrungsbericht

Einige Wochen sind jetzt schon wieder vergangen seit wir – das Team der Skaterei und zahlreiche andere Freestyler aus der ganzen Welt! – in Brandenburg zusammengekommen sind zu den European Freestyle Championships 2019. Und hier nun druckfrisch mein Erfahrungsbericht dazu. Ich hoffe, Ihr habt heute ein wenig Zeit zum Lesen mitgebracht… 😉

Ehrlich gesagt würde ich am liebsten zwei separate Posts zu diesem Thema machen, da die Erfahrungen für mich unterschiedlicher nicht sein hätten können: Da war zum einen die Veranstaltung selbst, die anderen Skater, unsere Gastgeber – all das war einfach unglaublich! Und dann war da auch noch meine Performance – die war auch unglaublich. Aber das andere unglaublich…

Aber fangen wir jetzt erstmal mit dem schönen Teil an: Die Championships an sich! Wie ihr vielleicht schon in den sozialen Medien verfolgen konntet war alles einfach tiptop organisiert.

Die Location war einmalig – wir konnten die Meisterschaft in einem stillgelegten Stahlwerk, das zum Museum umgebaut wurde – austragen. Sehr sehr beeindruckend und das hat auf jeden Fall für die Extraportion Flair gesorgt. Keine Frage. Schaut Euch auf jeden Fall auch die unten verlinkten Dokus dazu an, da bekommt man einen guten Eindruck, wie es aussieht und wie viel Arbeit in den Vorbereitungen steckt.

Die Atmosphäre unter den Skatern war absolut freundlich, sogar familiär und die anderen Skater super nett und hilfsbereit (ganz anders als man es sonst so aus manchen Skateparks kennt). Ich habe sogar am Tag vor dem Contest überraschend noch 3 neue Tricks von anderen Freestylern gelernt, die ich mich dann aber leider doch nicht in meinen Run am Samstag einbauen getraut habe (vielleicht war das auch besser so?).

Auch der absolute Hammer waren unsere Übernachtungen: Freunde von Christian hatten uns angeboten, dass wir bei Ihnen und Ihren beiden Töchtern unterkommen durften und die beiden Mädels haben extra Ihre Kinderzimmer für uns geräumt die Tage über. Wir wurden superlieb von Ihnen aufgenommen und angefeuert und definitiv besser versorgt als zuhause 😉 An dieser Stelle wirklich ein RIESEN Dankeschön an Kati, Lars, Nina und Sonja, dass Ihr das möglich gemacht habt. Das ist absolut nicht selbstverständlich und ohne Euch wäre unsere Reise nicht so schön gewesen! Wirklich!

Alles in allem haben wir viele neue Freunde gewonnen, alte und neue Legenden kennengelernt, uns ausgetauscht, alle zusammen gefeiert (und geskatet sind wir auch ein bisschen nebenbei. Ähem..) und freuen uns schon RIESIG auf’s nächste Jahr! Dann werden wir auf jeden Fall auch noch den letzten Contest-Tag mitmachen und uns von den besten Handständen, Spins und Streetskate-Lines inspirieren lassen. Dieses Jahr mussten wir nämlich leider bereits früh morgens abreisen und uns 10 Stunden in einen viel zu engen Flixbus quetschen.. (falls Ihr darüber nachdenkt nächstes Jahr auch nach Brandenburg zu fahren – bucht rechtzeitig, sodass ihr auch für die Rückfahrt mit der Bahn noch einen Sparpreis bekommt. Flixbus ist kein Spaß. Wirklich nicht. Niemals.)

So – und jetzt reden wir nochmal Tacheles. Zu meinen Runs bzw. meiner gesamten Performance. Wie ihr oben ja schon gelesen habt, war auch die unglaublich. Unglaublich schwach*. Ich wurde 7. von 8 Teilnehmern in meiner Kategorie. Jetzt ist es raus.

Dementsprechend bin ich auch nicht sonderlich zufrieden mit mir selbst und dieses Gefühl nagt tatsächlich – auch fast 2 Wochen nach dem Wettbewerb – immer noch etwas an mir. Hier könnt Ihr erstmal einen Blick auf das Ganze werfen (Run 2 ist definitiv der Bessere!):

Fakt ist – ich war einfach UNGLAUBLICH aufgeregt. Und das die ganze Zeit über. Und wer schonmal auf dem Rail eines Skateboards gestanden hat mit zitternden Beinen, der weiß, wie schwer es ist hier die Balance zu halten, geschweige denn einen Trick zu landen. Oder Walk the Dogs zum Takt der Musik zu machen. Überhaupt Walk the Dogs waren ja schon so gut wie unmöglich..

Naja. Warum war ich also so nervös? Ich glaube, der Hauptgrund war: Ich wollte es einfach besonders gut machen. Ich wusste, dass ich coole Tricks kann, die auch den Großteil der Zeit im Training funktionieren. Das wollte ich natürlich dann auch im Wettbewerb zeigen können. Ich wollte außerdem nicht das Klischee unterstützen, dass „Mädchen ja eh nicht gut Skaten, einfach weil sie Mädchen sind“ (das ist natürlich absoluter Mist, aber manchmal habe ich doch das Gefühl, dass einige Skater in den Skateparks das denken). Ich wollte, dass andere Mädels es cool finden, Elena und mir zuzuschauen und so vielleicht Mut fassen, es auch einfach mal zu versuchen mit dem Skaten. Oder mit Contests. Oder mit Freestyle. Oder einfach sich generell mehr zutrauen im Alltag. Zumindest das hat geklappt wie mir Christian berichtet hat und das freut mich wahnsinnig! Und dann war es natürlich mein erster Skate-Contest und außerdem mein „Einstand“ in der Freestyle-Szene. Und allein wenn ich das so lese denke ich mir: alles zusammen einfach viel zu viel Druck, den ich mir da gemacht habe.

Kann ich das mit dem eigenen Druck nächstes Mal ändern? Ich glaube nicht. So bin ich einfach. Wenn ich etwas mache, dann möchte ich es so gut wie möglich machen und all die anderen Gedanken sind das Begleitwerk dazu. Das kann ich irgendwie (noch?) nicht abstellen. Aber muss ich vielleicht auch gar nicht, denn wenn ich mir dessen bewusst bin kann ich auf jeden Fall schonmal ganz anders an die Vorbereitungen für den nächsten Contest gehen: z.B. eine andere Choreo, andere Tricks, mehr/weniger Tricks, andere Musik etc.. Da muss ich mir noch genaue Gedanken dazu machen. Ein sehr guter Freund hat zu mir gesagt: „Schau Lisa, das Schöne ist doch, dass Du beim nächsten Mal schon 100% mehr Erfahrung hast bei sowas“ – das fand ich einen sehr schönen Gedanken und stimmt absolut. Danke Julian.

All die Erfahrungen werde ich also verwurschteln für den nächsten Contest und für den übernächsten wird dann wieder feinjustiert. Und immer so weiter. Nur den Spaß nicht verlieren. Egal, was Ihr so macht, das ist immer das Wichtigste (bedeutet aber nicht automatisch, dass “Spaß” und “Zielstrebigkeit” (das Wort “Ehrgeiz” mag ich nicht, das klingt so böse..) nicht vereinbar sind. Just saying.. 😉 ).

Okidoki, jetzt wart Ihr ganz schön tapfer und habt mit mir eine kleine Extra-Exkursion in meine Psyche gemacht.. Ups..

Ich hoffe aber, Ihr seid immer noch fit, denn hier jetzt die geballte Ladung an Materialien/Dokus/Beiträgen/Bildern von den Championships:

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